Liebes Denkfabrik07-Team!
Ich wollte euch jetzt mal mitteilen, was mir die Denkfabrik07 schon gebracht hat
und mich auch auf diese Weise noch ganz herzlich bei euch für den 2-Wochen-Einsatz bedanken.
Bin jetzt gerade in den Endzügen der Diplomarbeit. An einem Denkfabrik-Tag hatten wir etwas über Vergleiche gelernt (Oberbegriff, Gemeinsamkeit, Unterschied) –
vergleichsweise simpel, sollte man meinen, doch hatte ich das bisher noch nicht so systematisiert. Das hilft beim Diskutieren, aber auch beim Formulieren und Darstellen, egal ob das jetzt Glaubensinhalte sind oder etwas für meine Diplomarbeit, allein daraus konnte ich schon so einiges ziehen. Aber nicht genug: Ich habe inzwischen meinen ersten Freundeskreis gestartet, an der Uni Stuttgart-Vaihingen, zusammen mit Simba. Ich stöbere oft durch meine Denkfabriknotizen. Ständig finde ich irgendetwas, das mir eigentlich schon klar war, das ich aber trotzdem wieder vergessen habe. Ein Beispiel: „Was Menschen möchten, ist oft nicht das, was sie brauchen.“ Dieses Statement plus Johannes 4 war eine explosive Diskussion – und das einen ganzen Abend lang! Und immer zu reflektieren, was „meine Verantwortung und was Gottes Verantwortung“ ist, fordert und relaxt mich gleichzeitig.
Was ich noch aus der Denkfabrik für mein Leben mitgenommen habe, ist die Unterscheidung zwischen qualitativer und quantitativer Produktivität. Wir hatten ja ein paar Übungen zum „Einfach-mal-drauf-los-Produzieren“. Und das konnte ich schon mehrmals anwenden, sei es für den Freundeskreis oder weil ich ja noch nicht genug zu tun habe mit meiner Diplomarbeit und nebenher Bewerbungsgespräche anlaufen. Im Zuge dessen
habe ich ein Assessment-Seminar besucht. Da ging es nur darum zu produzieren und vorzutragen. Mein absolutes Highlight letzte Woche: Jeder der Teilnehmer bekam einen Zettel mit einem Thema in die Hand. Dazu sollten wir dann einen ernsten vierminütigen Fachvortrag halten, Vorbereitungszeit 20 Minuten. Mein Thema: „Das Liebesleben der Pflastersteine bei Vollmond“. Oh Stress, was mach ich bloß? -- … und da dachte ich mir: Ich muss jetzt einfach nur produzieren. Hab’ also den Stift genommen und einfach angefangen zu schreiben:
Meine sehr geehrten Anwesenden, liebe Fachkollegen! Wie Sie sicherlich wissen, bin ich tätig im Forschungsbereich
der statischen Fortbewegungsmittel
und deren soziohumanen Auswirkungen auf Menschen. Pflastersteine sind in heutigen Großstädten
massiv vorhanden, doch entgehen den Menschen oft vor lauter Schaufensterwerbung wichtige Details. Wann haben Sie denn das letzte Mal der Plakatwerbung – trotz überzeugender Kurven –
entsagt und bedächtig den Blick gesenkt? „
Viel zu selten“ höre ich von den meisten. Dabei entgehen uns gerade dabei lebenswichtige Erkenntnisse.
Schauen Sie doch einmal genau hin, ist es nicht entzückend? Wie eng sie beieinander liegen – die Pflastersteine! Kopf an Kopf verbringen sie die meiste Zeit ihres Lebens miteinander, fast so, als ob es gar nichts gäbe, das sie am Nächsten stört. Nein, die Pflastersteine halten zusammen. Bei Regen, Schnee – egal! Selbst die glühende Hitze eines Hochsommertags bringt sie nicht zum Platzen. Es ist erstaunlich – wie machen sie das? Wie halten sie nur der ganzen Belastung stand? Den ganzen Tag werden sie mit Füßen getreten und bleiben doch ohne jegliche Beachtung. Dennoch geben sie nicht auf und stehen dem Menschen stets zu Diensten. Jesus sagt: „Liebt eure Nächsten“, und hätte er den Pflastersteinen gepredigt, so wäre sein Auftrag schon erfüllt. Ja, es ist etwas Geheimnisvolles an den Pflastersteinen, und ich wette, Sie kommen nicht dahinter. Das können Sie nämlich nur herausfinden, wenn Sie wirkliches Interesse an den Steinen haben. Dann nämlich werden Sie sich Zeit nehmen, und Sie werden das Leben der Steine entdecken. „Es ist die Liebe,“ werden sie feststellen. Der eine nimmt den anderen so an, wie er gemacht ist,
mit all seinen Kanten und kühlen Seiten – voll integriert. Nur so macht die Existenz der anderen überhaupt Sinn
und gemeinsam bilden sie EIN Pflaster. Das Geheimnis, meine Damen und Herren, der Pflastersteine
ist, dass sie sich lieben.
Und das nicht nur bei Sonnenschein, sondern auch bei Regen, Schnee, Eis
und sogar bei Vollmond! Nehmen Sie sich Zeit für Steine! Damit waren die 20 Minuten Vorbereitungszeit auch um,
aber ich war schon sehr gespannt auf die Reaktion des Publikums ☺
Danke, dass ihr eure Zeit und euer Leben investiert,
anderen das weiterzugeben, was ihr bekommen habt! Mit vielen lieben Grüßen aus dem Süden,
Tobi
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